Auflegen 2.0

Als im Oktober 2011 Richie Hawtin einen recht unglücklichen Facebook Eintrag über ein Plattentrollie ziehenden typen postete, welche wieder mal die Gemüter zwischen Vinyl Lovern und der mp3-gilde erhitzte, dachte ich mir nur: „Soll doch jeder machen, was ihm Spaß macht!“.

Auch wenn ich die letzten 2 Jahre wieder sehr gern nur Vinyl gespielt habe, bringt die Anschaffung von Traktor Pro Scratch & Maschine den Wunsch auf, die Technik auch zu nutzen. Zu Hause damit herumspielen ist natürlich lieb und nett – richtig damit vor Leuten zu arbeiten, etwas anderes.

Nach dem ich das Opening im Y-Club in Kramsach am 14.10.11 nur mit Platten spielte, nutze ich eine Woche später mal Laptop, Time Code CDs und Maschine als Controller. Zum Jahreswechsel spielte ich mit [platzhalt3r] im Mountain & Soul mit 4 Decks, wobei er mit 2 CDJ400 Deck C & D steuerte (HID macht Anschluss und Einrichtung unglaublich einfach und sehr komfortabel).

Um die Sternsinger zum 6.1. musikalisch zu begrüßen, gab es im Y-club einen kleinen Elektronik Abend zusammen mit X-Matic, herrBert & mir. Da ich auch zum Feiertag arbeite & freundlich nett bin, spielte ich gern den Opener bis 2uhr ;)

Mit Controller und Traktor machte ich nun mal im Club Einsatz den Richie Hawtin, während des Auflegens den aktuellen Track zu twittern. Zum Vinyl ist das ein absoluter Vorteil. Schon mal im Club ein Traumset mit Vinyl gespielt und hinter her nicht richtig einsortiert?

Ok in Traktor können Playlists exportiert werden. Sollte aber die Audio 10 kurz keinen Strom haben, gibt es nur noch kill traktor und nichts vom letzten Set ist gespeichert. Leider haben immer noch die wenigstens Clubs WLAN ;) also mit persönlichen Hotspot des iPhones ins Netz gehen und traktor scrobbler schickte für jedes Lied, welches > 30 Sek. lief, $ARTIST & $TITLE in Richtung Twittersphäre. Damit sich meine Follower nicht davon penetriert fühlen müssen, gibt’s dafür einen eigenen _dj-twitterfeed.

Funktioniert hat die Sache echt geil. Die DJ Geheimniskrämerei spielt dabei auch keine Rolle mehr  – shazam & co. finden eh jeden Track, der gefunden werden will und der Rest sind Promos oder Vinyl (ohne vertrieb als MP3; von Hand digitalisiert). Möchte es jemand nur für sich tun, können die Tweets ja geschützt werden. Dem Künstler eines Tracks ist so sicher auch geholfen, wenn jemand gleich weiß, wie er heißt und diesen dann bei Beatport & Co. direkt kaufen kann.

Letztlich ist natürlich auch der Plattenkoffer viel leichter geworden – Maschine und Laptop wiegen nur einen Bruchteil der platten. Und um Mr. Hawtin Post “Is this “DJ” pulling records behind him? Is this Berlin 2011 or NYC/Detroit/Chicago 1988? How far we’ve come and how little we’ve progressed!” vom Oktober zu entkräften – am Ende hat der Herr mit dem Plattenkoffer darin Notebook & Controller hinter sich hergezogen :)

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